Effektive Raubwildbejagung erfordert geeignete Fallensysteme.

Die Jägervereinigung Wetterau2012 e. V. hat im letzten Jahr einen Fangjagdlehrgang ausgerichtet. Nun werden die Erfolge sichtbar. In drei Revieren unserer Mitglieder werden bis zum Jahresende 15 zusätzliche Betonrohrfallen installiert. In weiteren Revieren wurden ebenfalls zusätzliche Fallen aufgestellt, allerdings liegen hier keine genauen Zahlen vor. Dabei kommen diverse Systeme zum Einsatz. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, die verschiedenen Wippbetonrohrfallen (WBRF) nochmals kurz vorzustellen. 

1. Die neue Dose Wippbetonrohrfalle

Neue Dose Wipprohrfalle

Bei der neuen Dose WBRF handelt es sich um ein komplettes System, bei dem nur noch die Betonrohre und Gehwegplatten zugekauft werden müssen. Das Wipprohr ist in einem mitgelieferten Blechkasten untergebracht, so dass keine weitere Umbauung notwendig ist. Diese Falle kann komplett mit Erde, Reisig oder anderem Verblendmaterial abgedeckt werden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen. Der 3 m lange Fangraum ist absolut dunkel, erfüllt AIHTS Standards und fängt damit nachweislich unversehrt. Dem Tierschutz wird daher bei diesem System absolut Rechnung getragen. Das System ist hochwertig verarbeitet, ist bis ins Detail durchdacht und erfüllt auch hohe Qualitätsansprüche. 

Neue Dose WBRF eingebaut

Die Falle ist passgenau gefertigt und das Auslösegewicht kann stufenlos eingestellt werden. Besonders attraktiv ist die Möglichkeit bereits vorhandene Spittlerfallen auf das Dose Wipprohr System umzurüsten. Bei der Umrüstung werden die Schieber der Spittlerfalle weiterverwendet. Die Umrüstung kostet etwa die Hälfte der gesamten Falle. Im Vergleich zur klassischen Dose WBRF ist der Preis für die „neue“ Dose Falle recht hoch, aber der einfachere Aufbau und die vollständige Verblendbarkeit sind ein großer Vorteil. Bezogen werden kann die Falle über die Webseite des Herstellers. http://wipprohrfalle.de/

Neue Dose WBRF Anlieferung

2. Die Ammerländer Wippbetonrohrfalle 

Ammerländer Wipprohrfalle nicht verblende

Wie bei der neuen Dose Wippbetonrohrfalle handelt es sich auch hier um ein komplett verblendbares System. Das Wipprohr ist in einem verzinkten Blechkasten untergebracht. Anstelle eines Gestänges werden die Schieber mittels Drahtseilen bedient. Das System ist einfach und solide aufgebaut. Insgesamt sind Passgenauigkeit und Verarbeitung auf Zweckmäßigkeit und günstige Herstellungskosten ausgelegt. Der Aufbau ist mit dem Dosesystem vergleichbar. Wichtig ist, dass zwei der mitgelieferten Rohrschellen auf die Wipp Achse positioniert werden, da ansonsten das Auslösegewicht zu hoch ist. Für den Wipprohrkasten wird leider kein passender Deckel mitgeliefert. Hier bietet es sich an eine Siebdruckplatte zu verwenden. Der Wipprohrkasten ist im Vergleich zur Dose WBRF deutlich kleiner, so dass diese Falle noch besser zu verblenden ist. Ein großer Vorteil der Ammerländer Wipprohrfalle ist der vergleichsweise günstige Preis. Zu beziehen ist die Falle über die Facebookseite „Ammerländer Fallensysteme“https://de-de.facebook.com/Ammerlaenderfallensysteme/ oder z.B. über den Onlineshop Gamekeepers. http://www.gamekeepers.de/Shop/Fallen

Mit beiden WBRF Systemen konnten wir bereits Raubwild (Fuchs, Waschbären und Steinmarder) fangen. Ein direkter Vergleich der Fangerfolge ist jedoch nicht sinnvoll, da der Standort den Fangerfolg maßgeblich beeinflusst. Alle gefangenen Tiere konnten ohne jegliche Verletzung aus den Fallen entnommen werden. Bei der Kontrolle verhielten sich alle völlig ruhig. 

Ammerländer WBRF eingebaut

Aus unserem praktischen Einsatz der zuvor beschriebenen Fallensysteme können wir folgendes Fazit ziehen:

Die Ammerländer WBRF ist etwas für den Pragmatiker, der eine einfache, günstige und funktionale Falle sucht. Wer durchdachte Details und hohe Verarbeitungsqualität schätzt, wird sich für die neue Dose WBRF entscheiden. 

3. Die mobile Krefelder Fuchsfalle 

Krefelder Fuchsfallen

Bei der mobilen Krefelder Fuchsfalle handelt es sich ebenfalls um eine Betonrohrfalle, allerdings ist hier nicht das gesamte Rohr wippend gelagert, sondern nur ein ca. 80 cm langer Ausschnitt am Boden des Betonrohrs. Ein Vorteil gegenüber allen WBRF ist, das die Betonwippe nach einem Fang arretiert und so minimale Spaltmaße realisiert werden können. Die Falle wird fertig vormontiert geliefert. Mittels Frontlader kann sie am Fangplatz aufgestellt werden. Die mobile Krefelder Falle ist von den dargestellten Fangsystemen am einfachsten aufzustellen. Sie ist aufgrund der sehr kompakten Bauweise sehr einfach zu verblenden. Ein späteres umsetzen ist, mit entsprechender maschineller Ausrüstung, relativ einfach möglich. Auch diese Falle wurde auf Tierschutz gerechten Fang hin untersucht. Ein Bericht hierzu ist auf der Herstellerwebseite „Krefelder Fuchsfalle“ abrufbar http://www.krefelder-fuchsfalle.de . Da die Falle vormontiert recht schwer (ca. 700 kg) ist, muss der Transport mit dem Hersteller abgesprochen werden oder selbst abgeholt werden. 

4. Die Kayser Wipprohrfalle Falle

Persönlich liegen uns zu diesem System keine Praxiserfahrungen vor. Bei der Kayser WBRF ist das Wipprohr hängend gelagert. Berichten zufolge ist die Falle gut verarbeitet und recht zuverlässig. Das Wipprohr ist hier in einem Betonkasten untergebracht. Auch diese Falle lässt sich gut verblenden und kann auch mit Erde bedeckt werden. Details sind auf der Webseite „Trapperprofi“ http://trapperprofi.de/de/index.html zu finden, wo sie auch bezogen werden kann. Auch diese Falle ist sehr schwer, daher muss auch hier der Transport beim Hersteller erfragt werden. 

5. Fangmelder 

Fallenmelder Trapmaster Professional

Alle dargestellten Fallen lassen sich einfach mit elektronischen Fangmeldern ausstatten. Dies ist sinnvoll, da das gefangene Tier so kurz wie möglich in der Falle verbleibt. Für den Fangjäger ist es ebenfalls eine erhebliche Erleichterung, da man bereits weiß ob nur eine kurze Kontrollrunde ansteht, oder ob man die gesamte Ausrüstung mitnehmen und mehr Zeit einplanen muss. Welchen Fangmelder man verwendet, hängt von den individuellen Begebenheiten und Vorlieben ab. Wer mehrere Fallen betreibt wird eine App oder eine webbasierte Verwaltung schätzen lernen. Sollte diese nicht bereits vom Hersteller angeboten werden, können viele Melder auch über Internetportale, wie z.B. die Revierwelt, verwaltet werden. Die Funktionssicherheit ist dabei das wichtigste Kriterium. Erfahrungsberichte und Tests bescheinigen u.a. den Meldern von „Minkpolice“, „Wildmelder“ und „Trapmaster“ hohe Funktionssicherheit und gute Bedienbarkeit. Der Markt ist hier aber inzwischen groß und die Aufzählung guter Fangmelder bei weitem nicht vollständig. 

http://www.fallenmelder.de

https://www.minkpolice.com/

http://www.wildmelder.de

Die neue Dose und die Ammerländer WBRF sowie die Trappmaster Professional Fangmelder können bei Interesse gerne besichtigt werden.