Wie in einem der vorhergehenden Berichte erwähnt, fand am 29.10. wieder ein Kochkurs statt. Wildgeflügel stand im Mittelpunkt des Interesses.

kk4-4

Und der Kurs war auch dieses Mal ausgebucht. Wildgeflügel, in unserem Fall handelte es sich um Wildenten und Wildtauben, fand auf wunderbare Weise den Weg in die Gaumen aller Teilnehmer.

Treffpunkt war das Bürgerhaus Rodheim, die Wirkungsstätte unseres Vereinslokalswirt und „Zuchtmeister“ für diesen Tag Ulli Müller.

kk4-6

Nach einer angemessenen Unterweisung, wie und was in einer Lehrküche so getan werden darf und was nicht, begann der Ernst für die Arbeitswilligen. Ich, als „Dibbegugger“, kam etwas später hinzu, um mir das Spektakel anzusehen und natürlich auch die Atmosphäre aufzunehmen. Das ist immer wieder beeindruckend, mit welchem Eifer und Aufmerksamkeit dem Koch auf die Finger geguckt wird. Mit größter Andacht wurden Frühlingszwiebeln in Röllchen „zerwirkt“ und dreierlei Pilze in Einzelteile zerlegt, nur um dann später eine köstliche Füllung für Blätterteigtaschen zu ergeben.

kk4-5

Diese wurden mit rotem Feldsalat als Vorspeise gereicht. Es ging kein Teller zurück, mit anderen Worten, jedem hat es geschmeckt.

Und dann, nachdem der Gaumen schon mal gekitzelt war, folgte das Hauptgericht. Kurzgebratene Wildenten- und Wildtaubenbrüstchen an zweierlei Püree mit Wirsingknöpfchen und einer wunderbaren Soße. Ich weiß, es hört sich toll an. Und ich kann euch sagen, es hat auch toll geschmeckt.

Die Pürees waren natürlich der Hit, außerdem sehr ungewöhnlich in der Farbe. Eins wurde aus Süßkartoffeln hergestellt und hatte eine satte Orangefärbung und das zweite entstand aus einer exklusiven blauen Kartoffel. Das Wirsinggemüse erinnerte mich an eine Art Krautwickel, nur ganz anders. Hier wurden Wirsingblätter mit einer leckeren Füllung aus den restlichen Gemüse und Speckwürfelchen bestückt und dann ein wenig weitergegart. Das Wild wurde einmal schnell durch die Pfanne gejagt, um dann mit den erwähnten Beilagen auf unseren Tellern zu landen. Das große Schmausen wurde ausgiebig fortgesetzt.

kk4-11

Wenn so viele Menschen zusammen sind, gibt es auch immer etwas zu erzählen und zu lachen. Das macht eben ein nettes Bankett aus.

Logischerweise gab es auch noch Nachtisch. Der bestand aus Reisbrei mit roter Grütze. Nein, nein, falsch gedacht. So banal wie das hier steht, war es nicht. Der Reisbrei wurde mit Gelatine sturzfähig gemacht und in einer Sandkuchenform zum Erkalten gebracht. Als der Zeitpunkt zum Stürzen gekommen war, konnte der nun feste Reisbrei in ordentliche Scheiben geschnitten werden.

kk4-14

Die rote Grütze war auch irgendwie anders. Nämlich mit frischen Früchten der Saison und einer schnellen selbst gemachten Johannisbeersoße drum herum. Tja, so speist man eben nicht alle Tage.

Die Köche hatten an diesem Abend wieder das Beste gegeben und für sich und die „Dibbegugger“ ordentlich ins Zeug gelegt. Wieder mal fand ein gelungener Kochkurs spät nachts ein Ende und man plant schon für das nächste Mal.

Ihr werdet auf jeden Fall rechtzeitig informiert über das Was, das Wo und das Wann. Dann trifft man sich wieder im „Müllers“ in Rodheim und die Köche für einen Abend und die „annern Dibbegugger unn ich“ zum Lernen und zum Schlemmen. Ich freu mich schon, wenn es wieder heißt: Wilder Kochkurs Nummer Fünf “.